Vlies
Vlies ist die Wolle die man den Schafen beim Scheeren bis auf die Haut entnimmt. Sie liegt in Ballen nach dem Scheeren im Stall. Greift man hinein und hebt einen Teil an, löst sich der Ballen in einzelne Haare auf. Es entstehen, für einen Moment, Fasern die aneinanderhängen. Dieser Moment ist hier festgehalten. Zum Teil wirken die zusammengeleimten Fäden wie die Haut der geschorenen Schafe. Trotzdem ist das Gesamte einladend. Man möchte hineingreifen, sich einkuscheln und die Wärme und Geborgenheit spüren.
Schält man die Rinde der Äste einer Weide, wenn diese gerade geschnitten sind, lässt sich diese leicht lösen, wie die Wolle der Schafe.
ca. 240m x 250cm x 40cm, Merino, Tencel, Kleber, Schnur, Ast, verwoben, verflochten, verdreht, verklebt 2021
Kolonie
Wolle, Schnur, Äste, 2024
Die „Kolonie“ präsentiert eine faszinierende Ansammlung organisch geformter Körper. Mehrere voluminöse, cremefarbene Formen aus Merinowolle und Papiergarn, die an Nester erinnern, sind mit deutlichen Öffnungen versehen. Sie hängen von einem rustikalen Gerüst aus Ästen und Schnüren, das eine natürliche Struktur bildet. Die dichte, knubbelige Textur der Wollformen kontrastiert mit der unbearbeiteten Oberfläche der Äste und erzeugt ein dynamisches Spiel aus Weichheit und Stabilität. Diese hängende Skulptur besticht durch ihre haptische Qualität und die sorgfältige Handarbeit, die jedes Detail prägt.
In Namibia suchen Webervögel die Geborgenheit im Gemeinschaftsnest. Jedes Paar hat seinen eigenen Eingang. Die Nester sind aneinander gebaut zu einer großen Kolonie.
Merinowolle, Papiergarn, Schnur, Äste
an Wand hängend, 2 Hängepunkte
Wolle-Spiele
Wolle, Schnur, Draht, Pflanzen, 2024
Kneul - faszinierende textile Skulptur in einem Objektrahmen. Eine voluminöse, cremefarbene Wolke aus Wolle und Papiergarn bildet das Zentrum, deren weiche, organische Formen durch feine, gespannte Fäden gehalten werden. Diese Fäden, vernäht im weißen Rahmen, erzeugen eine dynamische Spannung und verleihen der Komposition eine schwebende Leichtigkeit.
Die Arbeit spielt mit Kontrasten zwischen der zarten Textur des Materials und der strukturierten Präsentation, wodurch ein tiefenräumliches Erlebnis entsteht.
Haarung - fängt die zarte Ästhetik verschiedener Wollarten ein. Innerhalb eines weißen Objektrahmens sind helle, flauschige Wollfasern auf einem feinen Gitter aus Papiergarn arrangiert. Die Komposition spielt mit unterschiedlichen Dichten und Texturen, von luftig-transparent bis voluminös-dicht, und erzeugt so eine dynamische, organische Oberfläche. Die monochromen Weiß- und Cremetöne betonen die haptische Qualität des Materials.
„weiche Linie“ - eine organische Form, die aus dicker, cremeweißer Merinowolle gefertigt. Die Form windet sich in fließenden Kurven und sanften Schleifen durch den Raum, wodurch eine dynamische Struktur entsteht. Das weiche, wollige Material kontrastiert mit einem inneren Band, das die flexible Formgebung ermöglicht und dem Werk seine vielseitige Präsentation an der Wand oder frei schwebend verleiht. Die Arbeit besticht durch ihre taktile Qualität und die spielerische Leichtigkeit ihrer Erscheinung.
Nestwandfall
Die unterschiedlichsten Nestformen hängen wie ein Wasserfall vor einer Wand, wie eine Kolonie der Bajaweber oder Kolibris, wärmend in einem Gewebe der Geborgenheit, verbunden, gewebt, gestrickt, gehäkelt, einladend.
Nestwandfall präsentiert eine dichte Anordnung von gehäkelten und gestrickten Elementen in einem natürlichen Creme. Von einem Haselnussast herabhängend, bilden unzählige Stränge und voluminöse Formen aus Baumwolle eine kaskadenartige Struktur. Die komplexen Geflechte, schlaufenartigen Gebilde und nestähnlichen Hohlformen schaffen eine reiche, taktile Oberfläche. Diese vielfältigen Texturen und organischen Formen erzeugen ein dynamisches Spiel aus Licht und Schatten, das an eine lebendige Wandinstallation erinnert.
je nach Ort / Raum variabel
vor der Wand hängend, 2 Hängepunkte
Zusammenbau vor Ort
ca. 250cm x 280cm x 40cm, ungebleichte Baumwolle, Schnur, Ast, 2021
Köcherorchester
Dieses Werk präsentiert eine Reihe von organisch geformten, röhrenartigen Gebilden, die herabhängen. Die weiße Textilkunst, gefertigt in einer grob gestrickten und gehäkelten Technik, zeigt eine reiche, taktile Oberfläche mit sichtbaren Maschen und losen Fäden. Die unterschiedlich langen und voluminösen Formen erzeugen eine dynamische, wellenförmige Komposition, die durch die weichen Schatten auf der Wand an Tiefe gewinnt. Die Anordnung erinnert an ein stilles Orchester und verleiht dem Raum eine feine, ätherische Präsenz.
Aufgereiht wie die Saxophone eines Orchesters hängen die Köcher im Raum.
Köcherfliegen bauen für ihre Brut Nester aus Materialen der Umgebung in der sie leben. Die Köcher werden in der Zeit ständig nach oben und nach unter verändert.
Die Köcher können in Abhängigkeit von Raum und Situation angeordnet werden.
Frei hängend im Raum oder vor der Wand, es gibt endlose Möglichkeiten. Ein Spiel der Veränderungen.
ca. 140m x 280cm x 30cm, weiß, Seile, Schnur, 2022+2021
Körperhaut
Diese großformatige Textilskulptur entfaltet sich als eine organische, netzartige Struktur. Aus unzähligen kleinen, miteinander verbundenen Maschen gefertigt, präsentiert sich das Werk in einem durchscheinenden Weiß. Es kann frei von der Decke oder vor einer Wand hängen. Seine fließende Form berührt den Boden und schafft eine dynamische Präsenz im Raum. Der verwendete ummantelte Draht und das transparentes PE erzeugt eine feingliedrige, zelluläre Textur, die an eine schützende Hülle erinnert. Die Materialwahl betont die Leichtigkeit und die semitransparente Qualität der Oberfläche.
Die Haut eines Organismus trennt eine Außenseite von der Innenseite. Sie ist die Austauschzone zwischen Innen und Außen, dort wo das Eine in das Andere übergeht.
Vor spiegelnden Wänden verdoppelt sich der Eindruck und der Körper erweitert sich in den imaginären Raum. Seine Größe kann unendlich wirken.
Die Größe ist variabel je nach Raum und Situation, frei hängend oder liegend.
"Das Spiegelbild ist das Sich-Selbst-Gegenübertreten eines Raumkörpers. Er erscheint jederzeit ebensoweit hinter demselben, als er vor seiner Fläche steht."
Zitate von Stephan Günzel gelesen in „raum / bild“
PE durchsichtig, ummantelter Draht, weiß, 2017+2019 + 2020 + 2024
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